• Crédits: Nicolas Mouget

    Collège Diderot: Das Projekt ARBRE kommt in Besançon voran

    Im Rahmen unserer Deutsch-Französischen Energiewendewoche führt das Collège Diderot in Besançon ein einzigartiges Projekt in ihrer Schule durch.


    Das Projekt ARBRE ist ein innovativer Ansatz, der verschiedene Schulfächer miteinander verbindet, um sie mit dem Themenfeld der Ökologie zu verknüpfen. Rund um den Baum als zentralen Aufhänger, arbeiten die Schüler in Mathematik, Deutsch oder Werken, in einem fächerübergreifenden Unterrichtsmodell.


    Für dieses Projekt haben die Schülerinnen bereits ein hölzernes Totem und Plakate angefertigt, um auf verschiedene Themen wie Lebensmittelverschwendung oder Umweltverschmutzung aufmerksam zu machen. Die Schülerinnen konnten auch die Mitarbeiter*innen des Grünflächenamts der Stadt Besançon kennenlernen, mit denen sie Bäume pflanzten und so den Alltag und die Realität ihrer Arbeit kennenlernen konnten. Das Projekt ARBRE stärkt die Beziehung zwischen jungen Menschen und der Natur, die sie umgibt.


    Genau wie das Totem wurde auch das Projekt ARBRE nicht an einem Tag gebaut. Um über den Fortschritt und seine Erfahrungen zu sprechen, befragten wir Nicolas Mouget, einen Mathematiklehrer am Collège Diderot, der für das Projekt ARBRE verantwortlich ist.

    Einige Teile des Totems, die von den Schüler*innen individuell gestaltet wurden.

    <em>TANDEM-Team: Wie weit sind Sie in Ihrem Projekt?</em>

    Nicolas Mouget: Die Werkstattarbeiten an den Totems sind abgeschlossen, das sehr erfolgreiche Ergebnis ist in der Schule ausgestellt und wartet darauf, in eine temporäre Ausstellung im Rathaus von Besançon überführt zu werden. Die Bücherbox hingegen muss noch installiert werden.
    Die Plakate sind auch in deutscher Sprache fertig und wurden in den Fluren der Schule angebracht. Sie richten sich an alle Schülerinnen der Schule. Die Herstellung der Riesentöpfe für die Bäume zur Begrünung des Hofes hat begonnen und die Bäume sollen Anfang Mai gepflanzt werden. Die Gruppe (bestehend aus einer Klasse und einigen Schülerinnen anderer Klassen) besuchte eine Holzbaufirma, „Charm’ossature“. Der Besuch war eine Gelegenheit, eine lokale, umweltschonende und thermisch effiziente Alternative zur traditionellen Bauweise zu entdecken. Es war auch eine Gelegenheit, den Bau- und Industriesektor zu entdecken und den Schülern, die sich damit manchmal schwer tun, eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Dieser Ausflug wurde genutzt, um eine kleine Exkursion in den Wald zu machen und über die Forstwirtschaft, ihre Geschichte und ihre Auswirkungen auf die Landschaft und die Artenvielfalt zu sprechen.

    TANDEM-Team<em>: Woran arbeiten Sie derzeit mit den Schüler*innen?</em>

    NM: Die Schüler*innen der Projektgruppe arbeiten an der Herstellung der riesigen Töpfe. Es handelt sich dabei um manuelle Arbeit in einer Werkstatt, die hauptsächlich darauf ausgerichtet ist, Vertrauen zurückzugewinnen und die eigenen handwerklichen Fähigkeiten zu entdecken.

    TANDEM-Team: Nehmen die Schüler*innen das Projekt an und was lernen sie dadurch über Nachhaltigkeit und Ökologie?

    NM: Die Schüler*innen sind sehr engagiert bei der Sache und freuen sich auf die nächsten Highlights. Sie sind begeistert von der konkreten ARbeit (z.B. Totem) und der für den Schulalltag ungewöhnlichen Art und Weise bestimmter Angebote. Auch die Möglichkeit, das im Deutschunterricht erworbene Wissen im Französischunterricht wieder einzusetzen, macht ihnen den universellen und transversalen Aspekt des Wissens bewusst.

    <em>TANDEM-Team: Was denken Sie über die Wichtigkeit davon, das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung in Schulen zu schärfen?</em>

    NM: Umweltfragen nehmen überall eine sehr wichtige Dimension ein, aber nur wenige Menschen erkennen, dass die Bedingungen für das Überleben oder zumindest für ein komfortables Leben durch menschliche Aktivitäten in Frage gestellt werden. Die Arbeit mit jungen Menschen an einer viel breiteren Erkundung als „was wir sehen“ und an der Realität von Klimafragen, Biodiversität, ökologischem Fußabdruck, ermöglicht es uns, eine bewusste (und hoffentlich aktive) Generation zu schaffen, die sich einbringt und diese Botschaft weiter verbreitet (Freunde, Familie ….). Die Tatsache, dass es sich um ein Projekt mit Ergebnissen handelt, bindet die Schüler viel mehr ein, sie bauen ihr Wissen über das Thema auf und integrieren es (und verbreiten es) viel besser, als wenn es von Lehrerin zu Schülerin übertragen würde, ohne die Schülerinnen einzubinden. Darüber hinaus ermöglicht die Verwendung von Abstraktionswerkzeugen (Mathematik und Naturwissenschaften) ein besseres Verständnis der Vorgänge, die auf individueller Ebene nicht zugänglich ist (wir sprechen nicht von Abfall auf der Straße, sondern von Veränderungen auf zeitlichen und räumlichen Skalen, die weit über den Bereich eines Individuums hinausgehen). Diese Dimension bleibt den Schülerinnen oft unklar. Das Denken in gesellschaftlichen Dimensionen ermöglicht es uns, weiter zu sehen.

    <em>TANDEM-Team: Was bringt das Projekt Ihrer Meinung nach für die Schule?</em>

    NM: Der Zusammenhalt der Klassengemeinschaft, den das Projekt gebracht hat, ist offensichtlich. Die Klasse war im letzten Jahr weitgehend dysfunktional und hat immer noch ein niedriges Niveau in vielen Fächern, aber das gemeinsame Ziel ermöglicht es allen, aktiv und motiviert zu sein. Die Schüler*innen kommen und fragen nach Inhalten, Werkzeugen, Wissen, um das Projekt zu meistern.

    <em>TANDEM-Team: Welche weiteren Deutsch-Französischen Projekte sind für die Zukunft geplant?</em>

    NM: Wir möchten dieses Projekt im nächsten Jahr wiederholen, um die Inhalte zu verfeinern, die geknüpften Verbindungen zu verbessern und vor allem, um alles zu vervollständigen, was in diesem Jahr nicht geschafft wurde.